Kulturspital – Spitalkultur ist ein soziales Kulturprojekt des Vereins AkutKultur. Das Projekt basiert auf dem Engagement von Freiwilligen, fördert die Patientenzufriedenheit und fordert zu mehr Gemeinschaftlichkeit auf.

Freiwillige Helferinnen und Helfer mit den unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen arbeiten individuell mit den Patientinnen und Patienten. Sie geben dort Impulse, wo das Gegenüber eine Leidenschaft zum Ausdruck bringt: Gespräch, Literatur, Bild, Musik, Handwerk, Kochen. So entstehen manchmal in Eigenregie, manchmal in Zusammenarbeit kreative Umsetzungen. Einige dieser Kreationen sind unter PROJEKTE publiziert, auf dem BLOG lässt sich das Projekt mitverfolgen.

Seit 2016 aktiv: Pilotphase & Erweiterung

Das Projekt versteht sich als Experiment: Wir alle wollen gemeinsam herausfinden, ob und vor allem wie kulturelle Arbeit im Spitalalltag Platz hat und selbstverständlich keine zusätzlichen Kosten generiert.

Fast zwei Jahre lang haben wir das Projekt als Pilot in Partnerschaft mit dem Kantonsspital Aarau auf der Dialysestation durchgeführt, bevor wir vor einem Jahr auf die radioonkologische Abteilung gewechselt haben. Ein zweite Pilotphase hat begonnen.

Unterschiedliche Stationen, unterschiedliche Umsetzungen

Nierenerkrankte Patientinnen und Patienten verbringen mindestens jeden zweiten Tag zwischen vier und fünf Stunden an der Dialyse, um ihr Blut zu reinigen. Dieser Aufenthalt ist nicht nur körperlich anstrengend, sondern erschwert unter Umständen auch die soziale und berufliche Teilnahme. Kulturspital – Spitalkultur macht den Aufenthalt an der Dialyse zu einer kleinen Bereicherung und fokussiert nicht die Krankheit, sondern die Gesundheit. Die Arbeit mit den Patientinnen und Patienten geschieht vor allem am Bett und beinhaltet erst einmal Gespräche. Erst, wenn der Wunsch und die Offenheit für eine gestalterische Auseinandersetzung spürbar werden, arbeiten wir bewusst mit Materialien. Oft stehen den Dialysepatienten nur einen Arm zur Verfügung: Dann unterstützen wir sie gerne bei ihren Ideen oder inspirieren sie, zuhause an etwas zu arbeiten.

Die Radioonkologie ist anders. Die Kontakte zu den Patientinnen und Patienten sind kürzer und Beziehungen können nicht gleich aufgebaut werden. Auch das kreative Arbeiten vor Ort gestaltet sich, nicht zuletzt durch den Zeitmangel, aber auch durch die Krankheitsbedingungen selbst, anders. So gibt es auf der Radioonkologie momentan drei bis vier Stationen, wo sich Besuchende aktiv beteiligen können. Dies tun sie teilweise in Anwesenheit von uns oder aber auch dann, wenn niemand hinschaut. Einblicke darüber gibt es im BLOG.

Jede Station verlangt ihre ganz individuelle Umsetzung des eigentlichen Projektgedankens. In diesem Sinne gibt es nicht DAS Projekt Kulturspital – Spitalkultur. Sämtliche Erkenntnisse ermöglichen allerdings eine schnelle Adaption und die bereits gemachten Erfahrungen werden dazu beitragen, dass auch eine Projektübersetzung auf neue Stationen gelingen wird.

Kulturspital – Spitalkultur
  • ermutigt Patientinnen und Patienten, ihre Bedürfnisse zu entdecken und ihre Fähigkeiten auszuleben.
  • dankt und würdigt den Einsatz der Freiwilligen, dieses Experiment mit Mut und Kreativität anzugehen.
  • ermutigt Spitäler, kreative Arbeit in ihren Alltag zu integrieren.
  • setzt ein Zeichen für ein ganzheitliches Menschenbild und die kulturelle Teilhabe.

Einen zweiseitigen, übersichtlichen Projektbeschrieb können Sie hier downloaden.

Mitwirkende
Sarah hält einen Stapel Papier in der Hand und steht neben dem Risographen. Sie lacht.
Sarah Kahn
Projektleitung

Sarah Kahn ist gelernte Grafikerin, hat Kulturmanagement an der Hochschule Luzern studiert und arbeitet als Freiwilligenmanagerin und Spezialistin für Öffentlichkeitsarbeit bei Bibliothek und Archiv Aargau. Das Projekt entstand aus dem Bedürfnis heraus, Soziales und Künstlerisches auf eine neuartige, aber natürliche Weise zu kombinieren.

Sadhyo Niederberger in ihre Kunstlager. Sie stützt ihren rechten Arm auf den Tisch auf und hört sichtbar jemandem zu.
Sadhyo Niederberger
Stv. Projektleitung

Sadhyo Niederberger ist Kunstbeauftragte am KSA, Kuratorin und aktive Künstlerin. Am KSA arbeitet sie seit über zehn Jahren und betreut das spitaleigene Kunstarchiv, organisiert Ausstellungen und kauft neue Kunst ein. Sie unterstützt das Projekt als Schnittstelle, Vermittlerin und Ansprechsperson in allen projektrelevanten Fragen.

Christine Unterhuber in der Bibliothek des Freiwilligendienstes. Sie schaut vom Buch hoch und lächelt.
Christine Unterhuber
Leiterin IDEM

Christine Unterhuber ist Leiterin des Freiwilligendienstes IDEM – im Dienste eines Mitmenschen – am KSA und betreut neben über 100 anderen Freiwilligen auch unsere Projektfreiwilligen. Durch die Zusammenarbeit mit IDEM konnte das Projekt nicht nur erfolgreich in bestehende Strukturen eingebettet werden, sondern profitiert zusätzlich ganz persönlich von Christine Unterhubers langjähriger Erfahrung, ohne die es dieses Projekt nicht geben würde.

Cynthia zeigt auf ein Bild und lächelt die Betrachterin an. Es findet gerade eine Bildbetrachtung statt.
Cynthia Luginbühl
Kunstvermittlung (ehem. / aktiv 2017)

Cynthia Luginbühl ist Kulturbeauftragte im Reusspark, Zentrum für Pflege und Betreuung. Daneben arbeitet sie seit zehn Jahren als Kunstvermittlerin im Aargauer Kunsthaus und leitet u.a. Workshops für sehbehinderte Menschen. Sie hat die Freiwilligen dieses Projekts mit kunstvermittlerischen Workshops unterstützt.

KSA
Dr. med. Thomas Kern
Oberarzt Radio-Onkologie-Zentrum

Prof. Dr. med. Stephan Bodis
Chefarzt Radio-Onkologie-Zentrum KSA-KSB

Anne-Marie Bieri
Stationsleiterin Dialysestation

Prof. Dr. med. Andreas Bock
Chefarzt Nephrologie und Dialyse (ehem.)

Aktive Freiwillige
Angela Steiner
Isabelle Armenti
Jennifer Kypta
Lara Haller
Mélanie Ursprung
Qëndresa Zyba
Sarah Kahn

Ehemalige Freiwillige
Charlotte Widmer
Christina Baumgartner
Janine Wagner
Jeanine Burkard
Judika von Burg
Mark Hirt
Patricia Crittin
Sabrina Basler
Zeljka Basic

 

Dies ist ein Projekt des Vereins AkutKultur und wird unterstützt durch: